Der Ozean als Müllhalde

Wo liegt bei dir im Ort Müll herum? In der Ecke des großen Parkplatzes, oder neben der Bushaltestelle, oder auf dem Spielplatz? Vermutlich ärgerst du dich darüber: Es sieht nicht schön aus und man muss aufpassen, dass kleine Kinder nichts davon aufheben. Vielleicht hilfst du ja sogar ab und zu dabei, Müll aufzusammeln und zu entsorgen, damit die Liegewiese oder der Marktplatz wieder sauber aussehen. An Land fällt uns so etwas auf – wäre der Müll aber im Meer, würden wir ihn gar nicht sehen. Aus den Augen, aus dem Sinn, sagt ein bekanntes Sprichwort. Weil das Meer nahezu alles verschluckt und vor unseren Augen versteckt, sehen wir nur die schier unendliche Wasseroberfläche und denken gar nicht darüber nach, ob Zigarettenkippen im Meer genauso schädlich sind wie im Sandkasten.

Was passiert nun mit dem Müll in deiner Nachbarschaft? Der Wind kann kleine Verpackungen von Eis und Süßigkeiten fort wehen. Vögel tragen ihrem Schnabel Flaschenverschlüsse weg. Der Regen wäscht giftige Stoffe aus herumliegenden Zigarettenfiltern aus. Am Ende landet der Abfall oft in Bächen und Flüssen. Und wohin fließen die? Genau: ins Meer! Dort gibt es bereits große Strudel aus Plastikmüll. Durch die Sonnenstrahlen werden Plastikteile im Wasser mit der Zeit in immer kleinere Stückchen aufgespalten. Gefährliches Mikroplastik entsteht und giftige Chemikalien gelangen ins Wasser. Die kleine Wegwerf-Sünde am Badesee oder aus dem Autofenster heraus kann also hunderte Kilometer entfernt zur Bedrohung für Meerespflanzen und Tiere werden.

Schildkröte und die Folgen der Plastikverschmutzung

Ocean Kids mögen keinen Müll

Was kannst du selbst für die Umwelt tun, zuhause oder im Urlaub?

Kauft diese Woche drei Produkte unverpackt, die ihr bisher verpackt gekauft habt

TDV Tipps

Ozeane voller Ideen

Ausbeutung der Meere

Manche Menschen verschmutzen das Meer absichtlich. Glaubst du nicht? Ist aber leider wahr. In einigen Ländern wird das Schmutzwasser aus Urlaubshotels und Fabriken direkt ins Meer geleitet. Für die Besitzer der Hotels ist das bequem. Für die Seegraswiesen, die hunderte kleine Fische beherbergen, ist es tödlich. Ein anderes Beispiel für gewollte Verschmutzung ist die Fischzucht. Netzkäfige, die im offenen Meer hängen, halten viele Tausend Lachse auf engstem Raum zusammen. Damit diese Zuchtlachse überleben können, werden Chemikalien ins Wasser gegeben, die aber schädlich für die Umwelt sind. Vor den Küsten Norwegens, Chiles und Kanadas hat das schon viele natürliche Lebensräume von Fischen, Krebsen und Delfinen zerstört. Und das alles nur, weil die Menschen in Deutschland und Europa unbedingt Lachs kaufen und essen möchten.

Stell dir vor, du möchtest die Geräusche der Umgebung hören, aber direkt neben dir fährt ein Lastwagen vorbei, unerträglich laut. So ähnlich ist es oft für die Meeresbewohner, wenn große Frachtschiffe und Kreuzfahrtschiffe vorbeifahren. Manchmal suchen Menschen auch mit lauten Luftdruck-Kanonen unter Wasser nach Öl und Gas im Meeresboden. Die explosionsartigen Geräusche verwirren Wale und Delfine, die ihre sogenannte Echo-Ortung – eine besondere Art zu hören – für die Suche nach Nahrung brauchen. Auch die Verständigung mit ihren Familienmitgliedern wird durch diese Lärmverschmutzung schwierig. Einige Buckelwale hören bei Schiffslärm sogar auf, zu singen. Doch in machen Regionen, in denen viele Wale leben, sollen Schiffe nun langsamer fahren, damit sie weniger laut sind und keine Zusammenstöße passieren. Das ist immerhin ein Anfang zum Schutz der Tiere.

Abwasser verunreinigt und gefährdet das Meer